2019 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus unter der Überschrift „Berlin übernimmt Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit“ die Ausarbeitung eines gesamtstädtischen Erinnerungskonzepts. Ziel war es, die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des mit Berlin verbundenen Kolonialismus zu intensivieren, das Thema in Wissenschaft und Bildung zu verankern, zur Versöhnung beizutragen und würdige Formen des Erinnerns zu entwickeln.
Im Rahmen der Ringvorlesung „Was uns prägt: Identité(s) en mutation“ stellt der Literaturwissenschaftler Ibou Diop das Berliner Erinnerungskonzept „Kolonialismus erinnern“ vor. Anhand des Konzepts beleuchtet er, wie eine Gesellschaft an verdrängte Vergangenheit erinnern kann, und zeigt, dass Erinnerung stets von Machtverhältnissen geprägt ist. Erinnerung wird dabei als praxisorientierter Prozess des Zuhörens, Aushaltens und Öffnens für marginalisierte Perspektiven verstanden – mit dem Ziel, Gegenwart kritisch zu reflektieren, um Zukunft zu gestalten.
Der Vortrag wird vom Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit dem Centre Ernst Robert Curtius (CERC) der Universität Bonn organisiert, im Rahmen des Programms der Ringvorlesung Frankreich der Abteilung Romanistik, des Institut francais Bonn und des CERC.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Ringvorlesung: www.ifb.uni-bonn.de/kultur/veranstaltungen/ringvorlesung-was-uns-praegt-identite-s-en-mutation
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Bei Fragen zur barrierefreien Durchführung der Veranstaltung wenden Sie sich bitte vorab an uns (public.history@fes.de).